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Chemnitz

Frieden für die Stadt - eine Stadt für den Frieden

 

Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag

Pressemitteilung 9. März 2015

Der Chemnitzer Friedenstag 2015 – Eine Bilanz

Viele Monate war die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag beschäftigt, die Aktivitäten mit Fokus auf den 5. März 2015 vorzubereiten.

Der Veranstaltung Chemnitzer Friedensimpulse 2015 „NSU – Unsere Nachbarn in Chemnitz“, am 25.2.2015, ging eine intensive Auseinandersetzung mit dem NSU und der Neonaziszene voraus. Der künstlerische Vortrag von Esther Dischereit und İpek İpekçioğlu und das anschließende Podium trafen den Nerv der rund 100 Besucher.

Die Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises, am 4.3.2015, im voll besetzten Stadtverordnetensaal, war für alle, Preisträger, Jurymitglieder, wie Besucher emotional sehr bewegend.

Der 5. März 2015 – der Chemnitzer Friedenstag anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung der Chemnitzer Innenstadt – wurde mit außergewöhnlichem Engagement vorbereitet.

Die zentrale Frage, die es zu bewältigen galt, war: Welche besondere Ausgestaltung der Kundgebung wird es geben? Die Arbeitsgruppe weiß es zu schätzen, seit vielen Jahren Hartwig Albiro, den langjährigen Schauspieldirektor in ihrer Mitte zu wissen. Er ließ seine Kreativität spielen und heraus kam eine eindrucksvolle und aussagekräftige Performance, mit mehreren Gestaltungsschichten und ganz unterschiedlichen Beteiligten.

I have a dream“ – von Martin Luther King jr. zog sich wie ein roter Faden durch den Tag und durch die Aufführung der Performance 18 Uhr. Diese erlebten nach Einschätzung der Veranstalter ca. 500 Personen.

Tagsüber war das Friedenskreuz mit rund 1000 Besuchern der Hauptanziehungspunkt auf dem Neumarkt. Viele von ihnen gedachten der Zerstörung durch Kriege: ganz für sich, bei der Betrachtung der Fotopräsentation im Friedenskreuz von kriegszerstörten Städten der Vergangenheit und Gegenwart – und hinterließen ihre Friedenswünsche. Sie informierten sich über Neofaschismus in Deutschland bei der Ausstellung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, beobachteten junge Leute bei einer Sprühaktion oder bewunderten die riesigen Banner der Chemnitzer Schülerinnen und Schüler, die an zwei Fassaden am Neumarkt zu sehen waren oder verfolgten eine tschechisch-deutsche Jugendtheater-Aktion.

Auch am Abend um 21 Uhr kamen noch einmal ca. 300 Menschen –nach dem Besuch des Gedenkkonzerts in der Stadthalle bzw. des Friedensgottesdienstes in der Jakobikirche – unter dem Geläut der Chemnitzer Kirchen auf dem Neumarkt zusammen, um einen gemeinsamen Gesang "Dona nobis pacem" anzustimmen.

Die Resonanz in den zehneinhalb Stunden Präsenz vor dem Rathaus war zahlreich, vielfältig und zufriedenstellend.

Seit 2002 wird der Chemnitzer Friedenstag von einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe organisiert. Mittlerweile kann die Arbeitsgruppe dankenswerter Weise auch auf die Unterstützung und Beteiligung der Stadt zurückgreifen. Doch um die vielen einzelnen Bausteine der Ausgestaltung des Tages zu realisieren, werden viele Köpfe und Hände und auch finanzielle Unterstützung gebraucht.

In diesem Jahr gilt unser besonderer Dank:

-Städtische Theater Chemnitz gGmbH
-Stadt Chemnitz Kulturbüro
-eins energie sachsen
-FARBREIZ Werbung & Design
-Montessori-Schule
-Centermanagement Galerie Roter Turm
-AWO
-KJF
-VVN-BdA
-Chemnitzer Kirchen
-Ambrosia Bestattungen
-Getränke Pfeifer
-Musikschule Chemnitz
-DRK
-aktion C

Im Verlauf der letzten Jahre wurde von der Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag ein Gesamtkonzept der Interaktion und des Miteinanders umgesetzt. Die Ausgestaltung des Tages wird mittlerweile als identitätsstiftend wahrgenommen und der Begriff "Chemnitzer Friedenstag" ist in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen worden. Das hat viel Kraft und Zeit erfordert und die Ressourcen der Arbeitsgruppe völlig ausgeschöpft. Darum wird uns in den nächsten Wochen die Frage beschäftigen, wie der erforderliche Aufwand in Zukunft bewältigt werden kann.


Chemnitz, 9. März 2015

Hartwig Albiro – ehem. Schauspieldirektor
Stephan Brenner – Pfarrer
Sylvia Eichner – Sozialarbeiterin
Etelka Kobuß – Ausländerbeauftragte Chemnitz
Sabine Kühnrich – Sängerin
Christoph Magirius – ehem. Superintendent
Gerald Richter – Architekt
Dr. Thomas Schuler – ehem. Direktor Schloßbermuseum
Heike Steege – Sozialamt Chemnitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Chemnitzer Friedenstag 2015

GEDENK- UND AKTIONSFLÄCHE FRIEDENSKREUZ

11.00 – 21.00 Uhr Neumarkt:

Der Bürgerverein „FUER CHEMNITZ“ e.V. und die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag bitten die Chemnitzerinnen und Chemnitzer um ihre FRIEDENSWÜNSCHE.

18.00 Uhr Neumarkt: Kundgebung
I have a dream – Ich habe einen Traum...“
Performance mit theaterspielenden Jugendlichen
Statements der Friedenspreisträger von Chemnitz
Gedanken der Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zum 5. März
Worte von Christoph Magirius (Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag)
Musik: Mai Alkurdi (Querflöte), Youssef Bash (Gitarre) – Syrien

 

Die Arbeitsgruppe "Chemnitzer Friedenstag" stellt sich vor:

Die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag ist nicht institutionalisiert. Diese Gruppe von Vertretern aus Kirche, Kunst und Wissenschaft  verschiedener Generationen setzt seit 12 Jahren Friedensimpulse in unserer Stadt.
Ihr Ziel ist, dass der 5. März, der Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz, ein Tag des Friedens sein und Chemnitz eine Stadt des Friedens werden soll.

Am 16. Januar 2002 bringen Hans-Jochen Vogel (Pfarrer i.R., † 2005) und Sabine Kühnrich (Sängerin) einen Aufruf zu einem Chemnitzer Friedenstag in die Öffentlichkeit, der von namhaften Chemnitzern unterschrieben wird. Gemeinsam mit Pfarrer Stephan Brenner, gründeten sie die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag, zu der mittlerweile auch Hartwig Albiro (ehem. Schauspieldirektor), Christoph Magirius (Pfarrer i.R.; Ehrenbürger der Stadt Chemnitz),  Dr. Thomas Schuler (ehem. Direktor des Schloßbergmuseums), und Heike Steege gehören. Neu hinzugekommen sind Sylvia Eichner und Gerald Richter von der Aktion C.

2002 wird auf Initiative der Arbeitsgruppe zum ersten Mal der Chemnitzer Friedenstag begangen: noch relativ bescheiden, mit nur einer Veranstaltung, den "Chemnitzer Friedensimpulsen" in der Kreuzkirche.

Seit 2003 koordiniert und organisiert die Gruppe umfangreiche Veranstaltungsprogramme und gibt ein eigenes Informationsblatt heraus. Viele Chemnitzer, Kinder und Jugendliche, Künstler und Kultureinrichtungen, Friedensgruppen und politisch Interessierte, sind ihrem Aufruf seit dem gefolgt, unsere Geschichte nicht nur rückblickend, sondern auch gegenwarts- und zukunftsbezogen aufzuarbeiten. Denn auch sieben Jahrzehnte nach dem verheerenden 2. Weltkrieg werden Konflikte und Krisen zwischen Menschen, Völkern und Staaten mit militärischen Mitteln zu lösen versucht. Die Mittel der zivilen Konfliktbewältigung finden dagegen immer noch viel zu selten Anwendung. Sie müssen in allen Bereichen unserer Gesellschaften mit Nachdruck gefördert werden, gerade jetzt, wo die Neonazis nicht mehr nur auf der Straße oder in ihren Läden, sondern auch in sächsischen Parlamenten präsent sind.

Zur Geschichte des Chemnitzer Friedenstages siehe auch hier: Chemnitzer-Friedenstag.de

 

 

 

   
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